Kindertheaterstück „Die! und Der! und Das!“ vom Theater Fetter Fisch polarisiert COERDE Die ausverkaufte Premiere des Stückes „Die! und Der! und Das!“ vom Theater Fetter Fisch bot einen kuriosen Anblick. „Ist das hier wirklich Kindertheater?“, fragte eine Besucherin schon in der Warteschlange.Von Oliver Farke Artikel Video Das Bild täuscht, denn Jan Sturmius Becker und Cornelia Kupferschmied vom Theater Fetter Fisch fallen in dem Stück »Die! und Der! und Das!« schon mal aus dem Rahmen. Das Kindertheaterstück dreht sich um Themen wie Liebe und Sexualität. Den jungen Besuchern werden einige Fragen mit auf den Weg gegeben, mit denen sie Lehrer und Eltern löchern werden. (Foto: Mareike Siepmann)links1/1rechtsDas Bild täuscht, denn Jan Sturmius Becker und Cornelia Kupferschmied vom Theater Fetter Fisch fallen in dem Stück »Die! und Der! und Das!« schon mal aus dem Rahmen. Das Kindertheaterstück dreht sich um Themen wie Liebe und Sexualität. Den jungen Besuchern werden einige Fragen mit auf den Weg gegeben, mit denen sie Lehrer und Eltern löchern werden. (Foto: Mareike Siepmann)


Unter den 100 Besuchern befanden sich nur 30 Kinder. Das Thema war auch nicht gerade typisch für die avisierte Zielgruppe, Besucher ab sieben Jahren: Alles drehte sich um Liebe, Geschlechterrollen und Sex. Als Erwachsene Die Regisseurin Carola von Seckendorff ließ die beiden Schauspieler Cornelia Kupferschmied und Jan Sturmius Becker ganz bewusst als Erwachsene auftreten: „Es gibt nichts Alberneres, als wenn Große Kinder imitieren. Wir wollen die Kinder mit diesem Stück zu selbstständigem Nachdenken über das Thema herausfordern und zu Fragen animieren. Ich bin mir sicher, dass die Lehrer und Eltern in den nächsten Tagen ganz schön gelöchert werden.“Gemeinsam mit den beiden Hauptdarstellern hat von Seckendorff ein Jahr lang am Stück gearbeitet. Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt und mit Kindern aus zwei münsterschen Grundschulen erarbeitet. Antworten eingebaut Die Antworten wurden in das Stück eingebaut und sorgten immer wieder für laute Lacher. So klang die Geschichte von Adam und Eva aus Kindermund: „Erst waren sie nackt, dann hatten sie Erkenntnisse und dann war ihnen das irgendwie peinlich.“ Das Thema Verlieben („Für Erwachsene ist es schön, für Kinder schrecklich“), typische Rollenbilder von Jungen und Mädchen, Männer und Frauen („Frauen haben Probleme, Männer lösen Probleme“), Verlieben, Zerstreiten, Versöhnen wurden mit großer Spielfreude dargestellt und sensibel in die Körpersprache von Kindern und Jugendlichen übersetzt. Kindgerecht und glaubwürdig Die Schauspieler wirkten jederzeit kindgerecht und glaubwürdig. „Dennoch scheinen die Vorbehalte groß zu sein“, sagte die Veranstalterin Gisela Haak, Leiterin des Theaters an der Meerwiese. Obwohl das Thema Sexualität in den vierten Klassen auf dem Lehrplan steht, haben nur wenige Klassen eine der kommenden Schülervorführungen gebucht, eine musste sogar ganz abgesagt werden. „Das Thema ist den Lehrern vielleicht zu heikel. Es gab sogar Eltern, die den Besuch nicht erlauben wollten“, sagte Haak.Bei den Anwesenden der Premiere herrschte einhellige Begeisterung. Kinder lachten über Slapstickeinlagen und Eltern über den feinen Humor. Kaum zu sagen, wer mehr Spaß an dem Stück hatte. Und neugierige Fragen kamen bestimmt.